"original Gemälde und Zeichnungen"

 

 

November 09 - November 24, 2013

 

 

Im allgemeinen ist kubanische Malerei in einer gegenständ- lichen Tradition angesiedelt, die sich im vergangenen und jetzigen Jahrhundert auf großen Strecken im Verborgenen, parallel zur dominanten abstrakter Malerei woanders in der Welt, weiterentwickelt hat - eine Tradition, die über Jahrzehnte sogar völlig aus dem Blickwinkel der Kunstrezeption und damit auch aus der Öffentlichkeit verschwunden war-, die aber dennoch Bestand hatte und Kontinuität zeigt. Wenn schon die Malerei im Allgemeinen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wiederholt für tot erklärt wurde - das heißt, ohne jede Relevanz innerhalb des Kunstbetriebes agierte - so wurde die Kategorie der realistischen, der gegenständlichen und figurativen Malerei nochmals etliche Stufen tiefer auf der Skala der künstlerischen Medien angesiedelt. Kräftige Impulse zu ihrer Wiederbelebung setzte die Neue Malerei der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Dies mündete in einer überraschenden Flut an gemalten Bildern - vor allem figurativ-gegenständlicher Darstellungen. Dieser eher neue Prozess in Europa hat aber auf der Insel Kuba eine viel längere Tradition. In diese Tradition reiht sich Juan Antonio Picasso ein. Ausgehend von einer Ästhetik der tiefen menschlichen Verwicklungen stellt uns Juan Antonio Picasso seine symbolischen Systeme vor. Es handelt sich dabei um einen virtuellen Raum, in dem die Erlebnisse des Alltages reduziert werden, um konzeptualisiert in eine Dimension in der das Morphologische durch einen ästhetischen Filter geklärt ist. Um eine visuelle Synthese, ein Phänomen des Befremdens gegenüber dem menschlichen Handeln kreist die Arbeit Juan Antonios. Ereignisse und Erscheinungen werden mit einer Schärfe seziert, die auf eine Erfassung des Veränderlichen zielt und werden in einer reinen ästhetischen Geste dargeboten. Wenn die Werke Picassos bisweilen religiöse oder psychologische Themen einschließen, hat dies mit der Dringlichkeit des Sprechens, des Dialogs zu tun. Entlang dieser Suche bleiben die Elemente, die Treppe und das Rad immer wieder vorhanden. Die erste drückt einen inneren Glauben aus, insofern sie vom Versuch des Aufstiegs als Überwindung spricht, das Rad funktioniert als philosophische Beschwörung, welche eine Gefahr des Abstiegs symbolisiert. Es sind zwei komplementäre Anblicke, die sich gegenseitig bekräftigen und dialektisch ausgleichen.